Wildunfall: Was tun und wie hilft mir meine Kfz-Versicherung?

Ein Wildunfall ist nicht selten. Jährlich gibt es über 200.000 Schäden durch Wild auf den Straßen. Was muss der Fahrer tun, wenn es zu einem Unfall kommt und wer übernimmt die Schäden? Außerdem erfahren Sie, welchen Folgen der Wildunfall für die Kfz-Versicherung hat.
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Was ist ein Wildunfall?

Ein Wildunfall ist ein Unfall mit Tieren der Kategorie Haarwild. Gemäß Bundesjagdgesetz § 2 Absatz 1 Nr. 1 zählen zum Haarwild Tiere wie Rehe, Hirsche, Hasen, Füchse, Dachse, Wildschweine, Luchse, Gämsen und Fischotter. Somit ist ein Zusammenstoß mit “klassischen” Haustieren wie Hunden oder Katzen kein Wildunfall.

Wer übernimmt die Kosten eines Wildunfalls?

Durch einen Wildunfall können verschiedene Schäden enstehen. Je nach der Situation sind verschiedene Elemente der Kfz-Versicherung gefordert.

Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch einen Wildunfall verursacht sind, werden nicht von der Haftpflichtversicherung übernommen. Für solche Fälle zahlt die Kaskoversicherung. Die konkreten Voraussetzungen für eine Schadenübernahme müssen sie Ihre Versicherung übernehmen. Ebenfalls beachtet werden muss, das die Versicherung eventuell nicht alle Kosten aufgrund einer Selbstbeteiligung übernimmt.

Durch die Schadensregulierung besteht für sie bis auf eine evtl. Selbstbeteiligung kein finanzieller Nachteil. Da der Schaden durch einen Wildunfall von der Teilkasko übernommen wird und diese keine Schadenfreiheitsklassen kennt, ist auch nicht mit einer Hochstufung zurechnen. Die Kfz-Versicherung wird also unabhängig von dem gemeldeten Wildschaden normal weiterberechnet.

Schäden von Dritten werden von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen. Des betrifft Schäden der anderen Verkehrsteilnehmer oder Schäden an Leitplanken und Straßenschildern.

Unfälle mit Wildtieren vorbeugen

Damit es nicht zu Unfällen mit Wildtieren kommt sollten Sie sich damit auseinandersetzen wo mit erhöhtem Risiko zu rechnen ist und wie sie in einer drohnenden Wildunfallsituation reagieren.

Besonders im Frühjahr oder Herbst zwischen 17 Uhr am Abend und 8 Uhr am Morgen eines Jahres ist das Risiko erhöht. Denn dann ist die Futtersuche der Wildtiere sehr beschwerlich, aus diesem Grund sind sie sehr viel unterwegs. Dann kann es dazu kommen, dass Straßen an Feldrändern oder in Wäldern überquert werden. In der Regel sind diese Bereiche mit Warnschildern markiert.

Das bedeutet für den Fahrer an den genannten Orten und Zeiten vorsichtig und aufmerksam fahren. Insbesondere nach Warnschildern erhöhte Aufmerksamkeit und einen größeren Abstand zum Vordermann. Es sollte mit plötzlichen Bremsmanövern gerechnet werden.

Wenn Sie am Straßenrand ein Wildtier erkennen ist eine sofortige Reaktion gefordert. Bremsen sie kontrolliert ab und schalten sie das Fernlicht aus. Durch Hupen können sie zusätzlich versuchen das Tier zu verscheuchen. Beachten Sie auch, dass einem Wildtier weitere folgen können.

Wildunfall - Was jetzt tun?

  1.  Unfallstelle absichern mit Warnblinkanlage und Warndreieck.
  2. Polizei rufen. Die Beamten kümmern sich um das weitere Vorgehen.
  3. Wildunfall dokumentieren und Fotos machen.
  4. Kontakt mit Versicherung aufnehmen und Schaden melden.

Schon gewusst ... ?

Bei einem Unfall mit 50 km/h beträgt das Aufprallgewicht eines Körpers dem 25-fachen Eigengewicht.

Wenn Sie also mit ihrem PKW mit 50 km/h auf einen 17 Kilo schweren Rehbock auffahren, prallt dieser mit 425 kg auf ihr Fahrzeug.

Ein 80 Kg Keiler, der mit 50 km/h angefahren wird, hat ein Aufprallgewicht von 2000 kg!

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